CDU - Fraktion im Landtag des Saarlandes
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Sportpolitische Sprecher tagen im Saarland

Die sportpolitischen Sprecher der Unionsfraktionen in Bund und Ländern haben am 1. und 2. April im Saarland getagt. Auf dem Programm standen unter anderem ein Besuch des Instituts für Sport- und Präventivmedizin der Universität des Saarlandes sowie Gespräche mit Prof. Dr. Tim Meyer und Sportminister Klaus Bouillon. Zudem haben die Sportpolitiker von CDU und CSU eine gemeinsame Erklärung verabschiedet, in der sie sich für eine Überarbeitung des Anti-Doping-Gesetzes aussprechen.

 „Der aktuelle Dopingskandal bei der nordischen Ski-WM in Seefeld hat deutlich gemacht, dass die Maßnahmen des organisierten Sports alleine nicht ausreichen. Fairness und Chancengleichheit sind das A und O bei Wettkämpfen. Deshalb unterstützen wir die Überlegung der Bundesregierung, eine Kronzeugenregelung in das Anti-Doping-Gesetz einzufügen. Wir brauchen bei der Dopingbekämpfung ein konsequentes staatliches Handeln“, sagt der sportpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Raphael Schäfer.

Darüber hinaus sprechen sich die Unionsfraktionen in ihrer Erklärung für eine Stärkung der Forschungsförderung im Bereich der Sportwissenschaft aus. Schäfer: „Wenn wir den Spitzensport in Deutschland effektiv voranbringen wollen, ist eine wissenschaftliche Flankierung nicht nur wünschenswert, sondern notwendig!“

Hintergrund

Saarlouiser Erklärung

Eine effektive Spitzensportförderung braucht eine leistungsfähige Sportwissenschaft – Sportpolitische Sprecher von CDU und CSU diskutieren in Saarlouis über die Stärkung der Forschungsförderung im Bereich der Sportwissenschaft und die Ergebnisse der 42. Sportministerkonferenz in St. Wendel.

Für die zukünftige Entwicklung des Spitzensports in Deutschland ist der Einsatz wissenschaftlicher Kompetenzen von großer Bedeutung. Die sportwissenschaftliche Forschung leistet einen wichtigen Beitrag zur Verbesserung der sportlichen Leistungspotentiale der Athletinnen und Athleten. Vor diesem Hintergrund kommt der Einbindung der Sportwissenschaft in die Struktur unseres Sportfördersystems eine entscheidende Rolle zu. Gerade im Bereich des Spitzensports, wo es auch um die internationale Repräsentanz Deutschlands geht, ist eine wissenschaftliche Begleitung daher unverzichtbar. Unser gemeinsames Streben muss daher sein, dass die sportwissenschaftliche Begleitung des Spitzensports auch zukünftig intensiv gefördert und unterstützt wird.

Sportwissenschaft

Die Sportwissenschaft ist als Querschnittswissenschaft bzw. interdisziplinäre Wissenschaft zu verstehen. Sie greift auf eine Reihe von weiteren Wissenschaftsfeldern zurück. Durch die Trainingswissenschaft kann die sportliche Leistungsfähigkeit mit verbessernden Trainingsmethoden optimiert werden. Auch die Sportmedizin stellt als Fachdisziplin auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse einen wichtigen Baustein zur Verbesserung der physischen Leistungspotentiale der Spitzensportler dar. Sportspezifische Krankheitsbilder können erforscht und Sportverletzungen medizinisch besser versorgt und begleitet werden. In der heutigen Zeit genießen Spitzensportler zunehmend auch mediale Aufmerksamkeit und müssen neben der sportlichen Betätigung rund um die Uhr für Journalisten und Follower in den sozialen Medien erreichbar sein. Da die psychische Verfassung der Athleten eine entscheidende Größe mit Blick auf die Leistungsfähigkeit der Spitzensportler darstellt, muss der sportpsychologischen Forschung und Betreuung eine grundsätzliche Bedeutung beigemessen werden. Auch sportpädagogische und soziologische Untersuchungen sind wichtig, da sozialen Bedingungen bei der Talentsichtung und – förderung eine wichtige Rolle spielen.

Als Schnittstelle bzw. verbindendes Scharnier zwischen Sport, Wissenschaft und Politik dient das Bundesinstitut für Sportwissenschaft (BISp). Zu seinen Hauptaufgaben zählt, den Forschungsbedarf zu ermitteln und Forschungsvorhaben auf dem Gebiet des Sports zu initiieren, zu fördern und zu koordinieren, Forschungsergebnisse auszuwerten und den Transfer der Forschungsergebnisse in die Praxis in Zusammenarbeit mit dem Sport zielgruppenorientiert vorzunehmen. Weitere wichtige Forschungseinrichtungen bzw. Akteure im außeruniversitären Bereich sind auf Bundesebene das Institut für Angewandte Trainingswissenschaften (IAT) in Leipzig sowie das Institut für Forschung und Entwicklung von Sportgeräten (FES) in Berlin.

Die Sportwissenschaft ist in Deutschland in das Wissenschaftliche Verbundsystem Leistungssport (WVL) eingebunden. Dieses Netzwerk besteht aus einer Vielzahl von Akteuren und verfolgt das Ziel, mittels wissenschaftlicher Unterstützung die internationale Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Spitzensportler zu sichern bzw. auszubauen. Die sportwissenschaftlichen Institute als maßgebliche Akteure im WVL werden zu diesem Zweck finanziell durch den Bund und die Länder unterstützt.

Im Rahmen einer effektiven Spitzensportförderung in Deutschland ist eine wissenschaftliche Flankierung nicht nur von grundsätzlicher Bedeutung, sondern vielmehr notwendige Voraussetzung.

Fördermittel

Daher sprechen sich die Sportpolitischen Sprecher von CDU und CSU in Bund und den Ländern mit dem Ziel der Sicherung der Leistungsfähigkeit des deutschen Spitzensports für eine angemessene finanzielle Ausstattung der Sportwissenschaft aus und begrüßen den Beschluss der 42. Sportministerkonferenz am 08./09. November 2018 im Saarland, zukünftig durch die Bundesländer länderübergreifende Forschungsprojekte im Bereich des Nachwuchsleistungssport am Institut für Angewandte Trainingswissenschaften (IAT) mit einem Betrag von bis zu 1,5 Mio. Euro zu unterstützen.

Ebenso begrüßen die Sportpolitischen Sprecher der Union mit Blick auf die Leistungssportreform in Deutschland und das Sportbudget, dass im aktuellen Bundeshaushalt 2019 die entsprechenden Mittel von 165 Mio. Euro im Jahr 2017 um ca. 40% – knapp 71 Mio. Euro – auf insgesamt 235 Mio. Euro angehoben wurden. Damit wurde den berechtigten Forderungen des Deutschen Spitzensport Rechnung getragen und Sportdeutschland kann nach Ansicht der CDU-Sportexperten in eine gute Zukunft blicken.

Dopingbekämpfung

Gleichzeitig begrüßen die Sportpolitischen Sprecher neben dieser umfangreichen öffentlichen Sportförderungen ein konsequentes staatliches Handeln zur Dopingbekämpfung. Denn es muss sichergestellt sein, dass die Sportfördermittel in einen dopingfreien Sport fließen. Das Anti-Doping-Gesetz aus dem Jahr 2015, das erstmals das Eigendoping unter Strafe stellt, wird als wichtiger Schritt in die richtige Richtung erachtet. Vor dem Hintergrund des aktuellen Dopingskandals bei der nordischen Ski-WM in Seefeld unterstützen die Sportpolitischen Sprecher der Union die Überlegung der Bundesregierung, eine Kronzeugenregelung in das Anti-Doping-Gesetz einzufügen. Fairness und Chancengleichheit im organisierten Sport müssen oberste Priorität haben. Jeder Sportler soll an einem Wettkampf teilnehmen können, der nach gleichen Regeln für alle stattfindet. Angesichts der Dimension, die Doping im Sport angenommen hat, sind die Maßnahmen des organisierten Sports allein nicht ausreichend. Auch unter diesem Gesichtspunkt begrüßen die Sportpolitischen Sprecher der Union die Diskussionen rund um die Nachbesserung des Anti-Doping-Gesetzes.