CDU - Fraktion im Landtag des Saarlandes
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Umweltausschuss besucht Klärschlamm-Mineralisierungsanlage

650.000 Kubikmeter Klärschlamm – so viel fallen pro Jahr auf den rund 140 Kläranlagen des Entsorgungsverbands Saar (EVS) an. Der Umweltausschuss des Landtages hat in der vergangenen Woche eine innovative Klärschlamm-Minieralisierungsanlage besucht, die der EVS auf seiner Kläranlage in Homburg betreibt. In ganz Deutschland gibt es bislang nur eine weitere Anlage dieser Art.

 

Die Mineralisierungsanlage trägt zu einer nachhaltigen und wirtschaftlichen Klärschlammverwertung bei: Durch das neue Verfahren wird Klärmenge im Vergleich zur bisher eingesetzten reinen Schlammentwässerung um mehr als 80 Prozent verringert. Zudem verbindet das Verfahren sämtliche Anforderungen aus Klärschlamm- und Düngemittelverordnung.

 

 

Die umweltpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion und Vorsitzende des Umweltausschusses, Petra Fretter, bezeichnet die Anlage als beeindruckendes Pilotprojekt: „Die innovative Vorzeigeanlage findet zu Recht über die Grenzen des Saarlandes hinaus Beachtung. Sie ist zukunftsorientiert, umweltschonend und definitiv der richtige Schritt als Beitrag zur Energiewende.“

 

 

So funktioniert die Mineralisierungsanlage auf der EVS-Kläranlage Homburg:

Der entwässerte Klärschlamm wird durch einen Bandtrockner gefördert, wo heiße Luft dafür sorgt, dass der größte Teil des enthaltenen Wassers verdampft.

Im sich anschließenden Mineralisierungsreaktor wird der getrocknete Klärschlamm auf bis zu 800°C erhitzt, dabei jedoch nicht ver­brannt, sondern verkohlt – ähnlich wie bei der Herstellung von Holz­kohle. Dabei entste­hen Gase, die anschließend bei 1250°C vollständig verbrannt werden. Durch eine besondere Verbrennungstechnik entstehen hier sehr geringe Abgasemissionen, die mit anderen Verfahren nicht zu realisieren wären. Die dabei gewonnene Wärme beheizt die Mineralisierungsreaktoren und steht danach für die Klärschlammtrocknung zur Verfügung.

Die für die Trocknung und Mineralisierung benötigte Energie wird direkt dem Klärschlamm entnommen, der Bandtrockner wird mit der Ab­wärme aus dem Ofen und den vorhandenen Blockheizkraftwerken (BHKWs) betrieben. Der Betrieb der BHKWs erfolgt mit dem bei der Klärschlammfaulung entstehenden Klärgas. Für die Beheizung der Faultürme der Kläranlage Homburg steht ein weiterer Teil der Abwärme der Trockner zur Verfügung.