Dagmar Heib
25. 05. 2010

Dagmar Heib (MdL/CDU): Familienpflegezeit ist wichtiger Schritt zu moderner Sozialpolitik

„Die aktuelle Allensbach-Umfrage belegt: Zwei Drittel aller Berufstätigen wollen Angehörige zu Hause pflegen, allerdings bieten Unternehmen bisher nur zu wenig Möglichkeiten, Pflege und Beruf zu vereinbaren“ so Dagmar Heib, familienpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion.



In Deutschland beziehen heute rund 2,25 Millionen Menschen Leistungen aus der Pflegeversicherung. Mehr als 1,5 Millionen Menschen werden zu Hause versorgt, durch Angehörige oder durch ambulante Dienste. Auch Berufstätige (65 Prozent) möchten ihre Angehörigen so weit wie möglich selbst betreuen, stoßen dabei aber häufig noch auf große Schwierigkeiten. Eine Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des Bundesfamilienministeriums belegt: Für 79 Prozent lassen sich Familie und Pflege nicht gut vereinbaren. Genau hier setzt das Modell der Familienpflegezeit an.

"Viele Familien stellen sich der schwierigen Aufgabe und pflegen einen
Angehörigen selbst. Wer dabei außerdem voll im Berufsleben steht, kommt schnell an seine Grenzen", so Dagmar Heib. Die CDU-Familienexpertin weiter: "Es gibt zwar
jetzt schon die Möglichkeit, für die häusliche Pflege ein halbes Jahr aus dem Beruf auszusteigen. Aber diese Freistellung bleibt unbezahlt, viele Menschen fürchten deshalb gravierende finanzielle und berufliche Nachteile. Mit der Familienpflegezeit solle Berufstätige unterstützt werden, Verantwortung für ihre Angehörigen zu übernehmen".

Familienpflegezeit ist moderne Sozialpolitik: Das Modell sieht vor, dass
Arbeitnehmer ihre Arbeitszeit über einen Zeitraum von maximal zwei Jahren auf bis zu 50 Prozent reduzieren können, dabei dann aber 75 Prozent ihres Gehalts beziehen. Zum Ausgleich müssten sie später wieder voll arbeiten, bekämen aber in diesem Fall weiterhin nur 75 Prozent des Gehalts - so lange, bis das Zeitkonto wieder ausgeglichen ist. Arbeitnehmer können bereits im Vorfeld einer möglichen Pflegebedürftigkeit in der Familie Zeit für die Pflegephase auf einem Wertkonto ansparen. Dies wird dann mit der Lohnfortzahlung in der Pflegephase verrechnet.
Reicht das Guthaben auf dem Wertkonto nicht aus, um die Pflegephase zu
überbrücken, leistet der Arbeitgeber eine Lohnvorauszahlung. Die Vorteile dieses Modells: Der Arbeitnehmer muss keine allzu großen Einkommenseinbußen hinnehmen, der Arbeitgeber hat keine zusätzlichen Kosten und schafft sich durch Familienfreundlichkeit sogar Wettbewerbsvorteile.

Durch die Ankündigung, dass Unternehmen bei der Finanzierung der
Lohnvorauszahlungen in der Pflegephase unterstützt werden, ist erkennbar, dass hier die Interessen der Mitarbeiter und der Unternehmen gleichermaßen berücksichtigt werden sollen. „Der Gesetzentwurf bleibt abzuwarten doch wir können heute schon sagen: Die vorgesehene Familien-Pflegezeit ist ein weiterer wichtiger Schritt hin zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Mehr Zeit für Familie wird hierdurch machbar“, so Dagmar Heib abschließend.

 

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