Günter Heinrich
21. 05. 2010

Günter Heinrich (MdL/CDU): Verschiedene Qualitätskriterien sind Ursache für jährliche Diskussion um Bademöglichkeit in der Nied

In der heutigen Sitzung des Umweltausschusses wurde auf Antrag der CDU-Landtagsfraktion umfangreich über die Situation der Nied gesprochen. Günter Heinrich, CDU-Umweltexperte, spricht sich angesichts der nahezu jährlichen Diskussion um die Gewässergüte für eine Versachlichung der Diskussion aus. Da die Einstufung eines Fließgewässers aus gesundheitlicher Sicht auf der einen Seite und aus ökologischer Sicht auf der anderen Seite immer zu verschiedenen Ergebnissen kommt, sind verschiedene Bewertungen über die Gewässergüte auch künftig zu erwarten.

Die Überprüfung eines Badegewässers aus Sicht der Gesundheitsbehörden legt allerhöchste Standards an die Wasserqualität an. Sie werden bei Schwimm- und Thermalbädern, die mit hohem technischem und chemischem Aufwand und unter Ausschluss von Umwelteinwirkungen zirkulieren, erfüllt. Da in die Nied aber bei Regen Oberflächenwässer eingespült werden, beispielsweise aus den gedüngten Weiden im Uferbereich, können die höchsten Badegewässer-Kriterien von Jahr zu Jahr nicht erfüllt werden. Die Nied wird weder gechlort noch an der Grenze technisch oder biologisch geklärt.

Gleichzeitig gibt es eine zusätzlich zur gesundheitlichen Bewertung eine Einstufung des Gewässers aus ökologischer Sicht. Hier spielt die Nied ihren Vorteil als sauberes Gewässer aus, dessen ökologisches Gleichgewicht die Artenvielfalt möglich macht. Diese Artenvielfalt ist einer der Bioindikatoren für ein sauberes Fließgewässer. Würde man im Gegenzug gechlortes Schwimmbadwasser nach den Umweltkriterien beurteilen, würde das Schwimmbadwasser sicher als kritisch bewertet.

Einspülungen von Oberflächenwasser aus güllegedüngten Wiesen sind an der Nied der Ursprung für die besonders im Sommer bei großer Hitze und zurückgehender Fließgeschwindigkeit auftretenden gesamtcoliforme Keime. Da dies in einem landwirtschaftlichen Umfeld kaum abzustellen ist, liegt es nun in der Verantwortung der Gemeinde Rehlingen-Siersburg, darüber nachzudenken, ob sie die Nied im Katalog der Badegewässer halten möchte. Günter Heinrich: „Die Qualitätskriterien für Badegewässer können selbst mit höchstem, technischem Aufwand für die Nied wegen der Umwelteinflüsse nicht garantiert werden. Damit ist die jährliche Diskussion um ein Badeverbot vorprogrammiert. Würde die Nied nicht mehr als Badegewässer gelten, würde dies im Gegenzug eine Nutzung im bisherigen Sinne nicht unmöglich machen.“ Hierüber sollte in der Gemeinde Rehlingen-Siersburg intensiv und sachlich diskutiert werden.

Der CDU-Gesundheitsexperte Tobias Hans unterstrich im Sitzungsverlauf noch einmal, dass der Hinweis von Gesundheitsminister Georg Weisweiler aus fachlicher Sicht richtig ist und auch die Einschätzung über die Gewässergüte aus ökologischer Sicht korrekt sind. „Es verhält sie ähnlich wie mit Mineralwasser und Tafelwasser. Die Kriterien für Mineralwasser besagen, dass das Wasser aus einer unterirdischen Quelle kommen muss und auf seinem Weg durch das Gestein mit Mineralien und Spurenelementen auf natürlichem Wege angereichert wird. Tafelwasser hingegen ist Wasser, dem verschiedene Zutaten zugegeben werden, dennoch aber als Lebensmittel in Verkehr gebracht werden darf“ so Günter Heinrich abschließend.

 

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