
Helma Kuhn-Theis (MdL): Post überzieht mit 90 Cent Porto für farbige Briefumschläge
„Eine Preisanhebung von mehr als 60 Prozent wegen eines farbigen Briefumschlags halte ich bei Standardbriefen für völlig überzogen“ kommentiert Helma Kuhn-Theis die Portoneuregelung der Post. Für den Versand von Standardbriefen in bunten Umschlägen ist nach Ankündigungen der Post künftig ein Porto von 90 Cent nötig.
Begründet wird die Preissteigerung mit dem Mehraufwand für farbige Umschläge, weil automatisch Sortiermaschinen Adressen auf farbigen Umschlägen nicht korrekt lesen und dann mit einem Strichcode für die Weiterverarbeitung codieren können. Es ist erstaunlich, dass die Post-Sortiertechnik nicht schafft, was jede Kaufhauskasse in Deutschland spielend erledigt, nämlich einen Strichcode auch auf farbigem Untergrund elektronisch zu lesen. Ein roter Radiergummi mit Strichcode kostet im Supermarkt auch nicht 60 Prozent mehr als ein weißer Radiergummi.
„Man muss die Post daran erinnern, dass sie erst im vergangenen Sommer Briefe am Wochenende einen Tag länger liegen ließ, weil 15 Sortierzentren während der Ferien teilweise geschlossen und Zustellbezirke zusammengelegt waren. Kunden erhielten ihre Post also einen Tag später, trotz richtiger Frankierung der Briefe durch den Absender“ so Helma Kuhn-Theis. Analog zur Erhöhung des Portos wegen angeblicher Mehrarbeit müsste das Porto bei schlechterem Service auch sinken, würde man die Argumentation der Post konsequent anwenden. „Wirft man beides zusammen, dürfte es der Post leicht fallen, die Portoexplosion bei farbigen Briefen durch die Einsparungen im Sommer aufzufangen, zumal farbige Kuverts sicher um ein Vielfaches seltener sind, als die weißen Briefumschläge“ so Helma Kuhn-Theis.
21.01.2010/ 3062010